Für Naturliebhaber ist Kanada eines der schönsten Reiseländer der Welt. Hier gibt es unendlich weites freies Land, atemberaubend schöne Berglandschaften, seltene Tiere und vieles mehr. Doch nicht nur in landschaftlicher Hinsicht in Kanada immer eine Reise wert. Auch die Städte sind überaus sehenswert und bis oben hin voll mit tollen kulturellen Highlight und anderen Sehenswürdigkeiten.
Eine Sehenswürdigkeit in Kanada, die man unbedingt besuchen sollte, wenn man im wunderschönen Vancouver ist, ist der Stanley Park. Er ist der größte Stadtpark in ganz Kanada und das ist natürlich schon ganz schön groß. Denn an Platz mangelt es den Kanadiern bekannt nicht. Stolze 405 Hektar Land machen die Fläche des Parks aus, der bei Einheimischen ebenso beliebt ist wie bei Touristen aus aller Welt. Im schön angelegten und gut gepflegten Park wird gejoggt, gepicknickt und sich entspannt. Doch der Park hat weit mehr zu bieten als „normale“ Parks mit viel Grün und ein bisschen Wasser. Zum Park gehört ein Abschnitt mit indianischen Totempfählen, die besichtigt werden können. Zudem sind die Gallionsfiguren verschiedenen historischer Schiffe ausgestellt und die „12-Uhr-Kanone“ vergisst an keinem Tag um Punkt 12 einmal zu feuern.
Selbst wenn es regnet lohnt sich ein Ausflug in den Park, denn mit zur Anlage gehört ein riesiges Aquarium, in dem die Artenvielfalt des Meeres dokumentiert wird. Es gibt Wale und Delphine, jede Menge Fische und Schnecken sowie lustige Seelöwen und –hunde.
Und auch außerhalb des Aquariums gibt es für Naturliebhaber vieles zu entdecken. Die Pflanzenvielfalt des Parks ist – besonders in Anbetracht der teilweise doch sehr schroffen Witterungsverhältnisse – erstaunlich. Neben seltenen Baumarten, wie etwa dem so genannten Erdbeerbaum und der seltenen Rotzeder, gibt es typisch kanadische Bäume und Sträucher und sogar üblicher Weise im Regenwald ansässige Pflanzen. Hasen und Grauhörnchen sieht man fast immer irgendwo herumhoppeln, mit etwas Glück sieht man sogar einen Waschbären.
Natur mitten in der Großstadt: Der Stanley Park in Vancouver
26. August 2010Von Kanada nach Bolivien – die Geschichte der amerikanischen Mennoniten
02. Juni 2010Die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten stammte ursprünglich aus der Schweiz und entwickelte sich aus der sogenannten Täuferbewegung. Obwohl es auch heute noch mennonitische Gemeinden im deutschsprachigen Raum gibt, ist diese Glaubensgemeinschaft mittlerweile in zahlreichen Ländern der Erde zu finden.
Im 17. Jahrhundert wanderten die ersten Mennoniten ins nördliche Amerika aus. Diese evangelischen Gläubigen ließen sich in erster Linie in Pennsylvania nieder. Die meisten Mennoniten kamen nicht aus freien Stücken nach Nordamerika, sondern weil sie vor Verfolgungen in Ihrer Heimat, zum Beispiel der Schweiz und Deutschland, geflüchtet waren. Insbesondere im alten Preußen war die Verfolgung sehr ausgeprägt. Einer der ersten Orte, der von Anhängern der Täuferbewegung gegründet wurde, war Germantown. Von den USA aus zogen viele noch weiter in den Norden nach Kanada. In und um Ontario siedelten sich zum Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche Gläubige an. Nochmals großen Zulauf erlebte Kanada mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Russland im Jahr 1874. Mehr als 16.000 Mennoniten suchten in der Folge auf kanadischem Boden eine neue Heimat.
Viele Mennoniten blieben jedoch nicht in Kanada, sondern zogen weiter Richtung Süden bis nach Lateinamerika, da Ihnen die kanadische Regierung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zahlreiche Sonderrechte aberkannte. So sollten die Mennoniten zum Beispiel nun auch in Kanada ihren Wehrdienst ableisten und ihre Kinder in öffentliche Schulen schicken. Um dem zu entgehen, machten sich viele Familien auf den Weg nach Lateinamerika.
Viele Mennoniten leben heute in Bolivien, da sie hier weitgehend außerhalb von bürokratischen Vorschriften leben können. In den Siedlungen, die man hier findet ist das Leben oft tatsächlich so ursprünglich gehalten wie man es im Deutschland des 17. Jahrhunderts vorfand – keine Autos, kein TV und auch sonst keinerlei moderne Technik. Nicht nur Bolivien ist als neue Heimat beliebt. Die ersten Siedlungen von Mennoiten in Lateinamerika, wie die Gemeinden namens Menno und Fernheim, befanden sich in Paraguay rund um das Gebiet Chaco und auch in Uruguay, Brasilien und Argentinien finden sich einige Lebensgemeinschaften von Mennoniten.