Die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten stammte ursprünglich aus der Schweiz und entwickelte sich aus der sogenannten Täuferbewegung. Obwohl es auch heute noch mennonitische Gemeinden im deutschsprachigen Raum gibt, ist diese Glaubensgemeinschaft mittlerweile in zahlreichen Ländern der Erde zu finden.
Im 17. Jahrhundert wanderten die ersten Mennoniten ins nördliche Amerika aus. Diese evangelischen Gläubigen ließen sich in erster Linie in Pennsylvania nieder. Die meisten Mennoniten kamen nicht aus freien Stücken nach Nordamerika, sondern weil sie vor Verfolgungen in Ihrer Heimat, zum Beispiel der Schweiz und Deutschland, geflüchtet waren. Insbesondere im alten Preußen war die Verfolgung sehr ausgeprägt. Einer der ersten Orte, der von Anhängern der Täuferbewegung gegründet wurde, war Germantown. Von den USA aus zogen viele noch weiter in den Norden nach Kanada. In und um Ontario siedelten sich zum Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche Gläubige an. Nochmals großen Zulauf erlebte Kanada mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Russland im Jahr 1874. Mehr als 16.000 Mennoniten suchten in der Folge auf kanadischem Boden eine neue Heimat.
Viele Mennoniten blieben jedoch nicht in Kanada, sondern zogen weiter Richtung Süden bis nach Lateinamerika, da Ihnen die kanadische Regierung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zahlreiche Sonderrechte aberkannte. So sollten die Mennoniten zum Beispiel nun auch in Kanada ihren Wehrdienst ableisten und ihre Kinder in öffentliche Schulen schicken. Um dem zu entgehen, machten sich viele Familien auf den Weg nach Lateinamerika.
Viele Mennoniten leben heute in Bolivien, da sie hier weitgehend außerhalb von bürokratischen Vorschriften leben können. In den Siedlungen, die man hier findet ist das Leben oft tatsächlich so ursprünglich gehalten wie man es im Deutschland des 17. Jahrhunderts vorfand – keine Autos, kein TV und auch sonst keinerlei moderne Technik. Nicht nur Bolivien ist als neue Heimat beliebt. Die ersten Siedlungen von Mennoiten in Lateinamerika, wie die Gemeinden namens Menno und Fernheim, befanden sich in Paraguay rund um das Gebiet Chaco und auch in Uruguay, Brasilien und Argentinien finden sich einige Lebensgemeinschaften von Mennoniten.
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Von Kanada nach Bolivien – die Geschichte der amerikanischen Mennoniten
Mittwoch, 02. Juni 2010Die Geschichte von Kanada, kurze Darstellung
Montag, 26. März 2007Der Staat Kanada in Nordamerika, der der zweitgrößte Staat der Erde ist, wurde vermeintlich schon vor 15.000 Jahren besiedelt. Der erste Versuch einer dokumentierten Besiedlung erfolgte um 1000, als die Wikinger auf Neufundland übersiedelten. Allerdings dauerte der Versuch nicht lange an, da 1497 Giovanni Caboto aus Venedig in englischen Diensten übersiedelte und das Land zu englischen Besitz erklärte. Fast hundert Jahre später taten die Franzosen dasselbe für Frankreich auf der Halbinsel Gaspésie unter Jacques Cartier. 1608 gründeten die Franzosen Québec und 1642 Montreal. Nach mehreren Kriegen und Friedensschlüsse fielen eine Reihe aller Kolonien an England. 1840 werden Ontario (Oberkanada) und Québec (Niederkanada) werden zu dem sich selbst regierenden Provinz Kanada vereinigt. Durch den British North America Act bekamen die britische Kolonien eine größere Eigenständigkeit. Erst 1919 bekam Kanada aber seine völlige Eigenständigkeit durch den Versailler Vertrag. Kanada nahm am zweiten Weltkrieg teil, es erklärte 1939 dem Dritten Reich den Krieg. Erst 1982 erhielt Kanada auch formal seine vollständige Unabhängigkeit. 1995 entschieden sich die Kanadier zum zweiten Mal in der Frage der Unabhängigkeit Québecs zu einem Verbleib bei Kanada. (50,6 zu 49,4%). 2006 entschieden sich die Kanadier nach 13 Jahren liberaler Führung für eine konservative Partei.