Flora und Fauna

Geradezu sagenumwoben ist die Tier- und Pflanzenwelt des riesigen Landes Kanada. 70 Prozent des zweitgrößten Landes der Erde werden von noch unberührten naturbelassenen Gebieten bedeckt. Diese Gebiete liegen allerdings hauptsächlich in den Tundra- und Bergregionen. Die Vegetationszonen Kanadas werden ganz deutlich von der nördlichen Waldgrenze gegliedert, die von den Ostufern an der Hudson Bay bis zur Ostküste Labradors verläuft. Nördlich dieser Waldgrenze gibt es eigentlich nur die Tundra. Südlich dieser Baumgrenze jedoch wird die Landschaft von einem der weltweit größten Nadelwaldgebiete bedeckt. Von den östlichen Küsten bis hin zu den großen Seen wachsen in der Hauptsache Mischwälder mit Buchen, Birken, Zuckerahorn, Hemlocktannen und Kiefern. In Süden Kanadas gedeihen in den Tiefebenen Laubwälder mit Hickorybäumen, Ulmen und Eichen, Ahorn, Kastanie und Walnussbäumen. Die Lodgepole-Kiefer, die Douglasie und die Fichte sind in den Berggebieten des Westens weit verbreitet, auf Hochebenen wachsen häufig Zitterpappel und Gelbkiefer. An der niederschlagsreichen Küste des Pazifik gedeihen dichte Wälder aus hohen Douglasfichten, Hemlocktannen und Rot-Zedern.

Die weitläufigen Landschaften Kanadas bieten Lebensraum für viele Tierarten, die in anderen Teilen der Welt kaum noch zu finden sind. In den arktischen Gewässern leben Wale, Seehunde, Walrosse und Eisbären. Die Tundren werden von Moschusochsen, Karibus, Polarfüchsen und Polarwölfen, Lemmingen und Polarhasen bevölkert. Im Sommer leben hier viele Zugvögel. Die nördlichen Wälder bieten einen idealen Lebensraum für Elche, Luchse, Braun- und Schwarzbären. Viele Pelztiere sind nach wie vor hier beheimatet, die früher eine der Grundlagen für einen der damals wichtigsten Wirtschaftszweige, dem Pelzhandel, waren. Zu diesen zählen der Biber, der Marder, die Bisamratte und das Nerz. Otter und Wiesel sowie Backen- und Grauhörnchen gibt es auch noch in den dichter vom Menschen besiedelten Gebieten. In Präriegebieten leben Pronghornantilopen und Bisons und in den Bergen des Westens Bergziegen und Dickhornschafe.

43 Nationalparks sind der weitgehend ungestörte Lebensraum für die einheimische Pflanzen- und Tierwelt, in mehr als tausend Naturreservaten und Provinzparks stehen vom Aussterben bedrohte Tier– und Pflanzenarten unter Schutz. Die weiten Gebiete Kanadas ermöglichen auch heute noch ein harmonische Miteinander von Mensch und Natur.

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