Flora und Fauna

09. Juni 2011

Geradezu sagenumwoben ist die Tier- und Pflanzenwelt des riesigen Landes Kanada. 70 Prozent des zweitgrößten Landes der Erde werden von noch unberührten naturbelassenen Gebieten bedeckt. Diese Gebiete liegen allerdings hauptsächlich in den Tundra- und Bergregionen. Die Vegetationszonen Kanadas werden ganz deutlich von der nördlichen Waldgrenze gegliedert, die von den Ostufern an der Hudson Bay bis zur Ostküste Labradors verläuft. Nördlich dieser Waldgrenze gibt es eigentlich nur die Tundra. Südlich dieser Baumgrenze jedoch wird die Landschaft von einem der weltweit größten Nadelwaldgebiete bedeckt. Von den östlichen Küsten bis hin zu den großen Seen wachsen in der Hauptsache Mischwälder mit Buchen, Birken, Zuckerahorn, Hemlocktannen und Kiefern. In Süden Kanadas gedeihen in den Tiefebenen Laubwälder mit Hickorybäumen, Ulmen und Eichen, Ahorn, Kastanie und Walnussbäumen. Die Lodgepole-Kiefer, die Douglasie und die Fichte sind in den Berggebieten des Westens weit verbreitet, auf Hochebenen wachsen häufig Zitterpappel und Gelbkiefer. An der niederschlagsreichen Küste des Pazifik gedeihen dichte Wälder aus hohen Douglasfichten, Hemlocktannen und Rot-Zedern.

Die weitläufigen Landschaften Kanadas bieten Lebensraum für viele Tierarten, die in anderen Teilen der Welt kaum noch zu finden sind. In den arktischen Gewässern leben Wale, Seehunde, Walrosse und Eisbären. Die Tundren werden von Moschusochsen, Karibus, Polarfüchsen und Polarwölfen, Lemmingen und Polarhasen bevölkert. Im Sommer leben hier viele Zugvögel. Die nördlichen Wälder bieten einen idealen Lebensraum für Elche, Luchse, Braun- und Schwarzbären. Viele Pelztiere sind nach wie vor hier beheimatet, die früher eine der Grundlagen für einen der damals wichtigsten Wirtschaftszweige, dem Pelzhandel, waren. Zu diesen zählen der Biber, der Marder, die Bisamratte und das Nerz. Otter und Wiesel sowie Backen- und Grauhörnchen gibt es auch noch in den dichter vom Menschen besiedelten Gebieten. In Präriegebieten leben Pronghornantilopen und Bisons und in den Bergen des Westens Bergziegen und Dickhornschafe.

43 Nationalparks sind der weitgehend ungestörte Lebensraum für die einheimische Pflanzen- und Tierwelt, in mehr als tausend Naturreservaten und Provinzparks stehen vom Aussterben bedrohte Tier– und Pflanzenarten unter Schutz. Die weiten Gebiete Kanadas ermöglichen auch heute noch ein harmonische Miteinander von Mensch und Natur.

Montreal

15. Februar 2011

Montreal hat ungefähr 3,6 Millionen Einwohner und ist damit nach Toronto die zweitgrößte Stadt in Kanada. Die Stadt liegt nicht ganz an der Küste des atlantischen Ozeans (450 km entfernt) in der Provinz Quebec. Weltweit gilt sie nach Paris als zweitgrößte französischsprachige Stadt. Der Name der Stadt Montreal entstand durch eine Verknappung des Namens des zentral gelegenen Berges Mont Royal. Urlauber können Montreal direkt erreichen, wenn sie einen Flug Kanada buchen.

Die Stadt liegt an zwei tief ins Land reichenden Flüssen, dem Sankt-Lorenz-Strom und dem Ottawa River. Das waren ideale Voraussetzungen für die Entwicklung des Pelzhandels. Die Felle der in den Wäldern erlegten Tiere konnten auf den Flüssen transportiert werden und wo sie sich trafen, entstand ein gut funktionierender Umschlagplatz, zumal die Felle von hier aus nach Europa verschifft werden konnten. Die Welthauptstatt des Pelzhandels hieß damals Montreal. Die Provinz Quebec wurde im Jahre 1759 durch die Briten erobert und die Stadt Montreal ergab sich ihnen ein Jahr später kampflos. Der Pelzhandel ging in schottische Hände über.

Im Jahre 1832 erhielt Montreal das Stadtrecht und bereits 1852 zählte es knapp 58 000 Einwohner. Das Bild der Stadt veränderte sich durch die Industrialisierung nachhaltig und rasch. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts verband eine Eisenbahnstrecke Montreal mit New York und die Küste des Pazifik rückte durch die Eisenbahn auch immer näher. In ganz Nordamerika nahm Montreal bald den zweiten platz unter den umschlagsstärksten Städten ein. Auch durch die Weltwirtschaftskrise konnte Montreal kaum gebremst werden und schon nach dem 2. Weltkrieg nahm das Wachstum der Stadt wieder Fahrt auf. Die Weltausstellung Expo 67 stellte einen der Höhepunkte in der Stadtentwicklung dar. Innerhalb eines halben Jahres besuchten mehr als 50 Millionen Menschen die Expo. Separatistische Bestrebungen Mitte der 70 er Jahre waren der Grund, weshalb Montreal seine führende Position in Kanada einbüßte und Toronto an die Spitze der erfolgreichsten Städte rückte. Kulturell und sportlich ist die Stadt nach wie vor führend und schmückt sich mit einer Perlenkette von Sehenswürdigkeiten.